| Köln-Sürth, 7.3.2005 - Linde-Belegschaft gegen drohenden Arbeitsplatzabbau und Schließung |
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Drohende Standortschließung Aufruf der IG Metall Köln, 28.2.2006 Demonstration am 7. März 2005 16:30 Uhr: Demonstration ab Linde Kältetechnik , Köln Sürth, Sürther Hauptstr. 17:00 Uhr Kundgebung auf dem Sürther Marktplatz Der US-Konzern United Technologies, der die Linde Kältetechnik GmbH übernommen hat, droht mit der Schließung der beiden deutschen Produktionsstandorte in Köln-Sürth und Mainz-Kostheim. Die Standorte sollen nach Frankreich und Tschechien verlagert werden. Betriebsrat und IG Metall protestieren gegen die brutale Kahlschlagpolitik der neuen US-amerikanischen Eigentümer und fordern nachdrücklich den Erhalt der deutschen Standorte und Arbeitsplätze. Bei der Linde Kältetechnik GmbH werden anspruchsvolle High-Tech-Produkte der Kühltechnik entwickelt, konstruiert und produziert, die im großen Ausmaß auf den europäischen Märkten nachgefragt werden. Die Linde Kältetechnik GmbH ist ein seit Jahrzehnten hochprofitables Unternehmen. Die IG Metall Köln und der Betriebsrat fordern alle Beschäftigten der Linde Kältetechnik GmbH, alle Arbeitnehmer der Kölner Betriebe sowie die Bürger und Politiker in Köln auf, sich an der Kundgebung zu beteiligen und nachhaltig für den Erhalt der Arbeitsplätze einzutreten. Das US-Unternehmen Carrier Corporation, das vor knapp einem Jahr für 325 Millionen Euro die Linde Kältetechnik GmbH & Co KG vom Gase- und Gabelstapler-Spezialisten Linde gekauft hat, droht nun mit der Schließung seiner beiden deutschen Werke in Köln-Sürth und in Kleinostheim. Über eventuelle Entlassungen hat die Geschäftsführung am Freitag den Betriebsrat informiert. Die deutschen Standorte seien zu teuer, daher werde über eine Verlagerung nach Tschechien und Frankreich nachgedacht. Von den Plänen seien rund 1300 Mitarbeiter betroffen, davon etwa 630 in Köln, berichtet der Chef der IG Metall in Köln, Witich Roßmann. Die Standorte in Sürth und Kostheim seien zu teuer, über eine Verlegung nach Tschechien und Frankreich würde nachgedacht. Die IG Metall bezweifelt aber die vorgelegten negativen Zahlen der Geschäftsführung. Witich Roßmann: „Der Verkauf der Linde Kältetechnik GmbH im Oktober an das US-Unternehmen Carrier wurde damit begründet, dass die Arbeitsplätze sicherer werden. Und jetzt das. Nach unserer Ansicht hat die Sürther Niederlassung gute Renditen erzielt. Wir werden deswegen ein alternatives Gutachten in Auftrag geben und alles für den Erhalt des Standortes tun.“ Quelle: www2.igmetall.de/homepages/koeln |
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Demo von Linde-Beschäftigten - beim nächsten Mal mit Bauer und Viva zusammen? Resümee von Claus Ludwig, 7.3.2005 Nach Angaben der IG Metall haben heute rund 1.000 Beschäftigte von Linde Kältetechnik aus Köln und Mainz, AnwohnerInnen, Metaller aus anderen Betrieben in Köln-Sürth gegen die Schließungspläne des US-Konzerns Carrier demonstriert. Auch GGS (Gemeinsam gegen Sozialraub) nahm an den Protesten teil. Der Kölner IGM-Bevollmächtigte Rossmann sagte in seiner Rede, die IG Metall werde nicht über Abbau von Arbeitsplätzen oder gar einen Sozialplan verhandeln, Ziel sei einzig der Erhalt des Werkes und der Arbeitsplätze. Er meinte, die heutige Demonstration sei nur der Auftakt, irgendwann werde man sich zur Siegesfeier wieder auf dem Sürther Marktplatz treffen Es ist gut, wenn die IG Metall sich für den Erhalt aller Arbeitsplätze einsetzen und gar nicht erst über das „wie“ einer Schließung reden will. Problematisch ist allerdings mit welchen Argumenten dies Rossman begründete. Er baute seine Argumentation einzig auf der Produktivität des Werkes, dessen „Konkurrenzfähigkeit“ und der Tatsache auf, dass die Linde-Produkte nachgefragt sind. Natürlich muss man dies erwähnen, als ein zusätzliches Argument für den Erhalt der Jobs, aber Rossmann meinte ausdrücklich, „wir würden hier heute nicht stehen, wenn die Beschäftigten bei Linde nicht so viel zu tun und Produkte herstellen würden, die sich gut verkaufen.“ Was ist mit den Kolleginnen und Kollegen in anderen Betrieben, die nicht so „konkurrenzfähig“ sind? Sie haben schließlich auch nicht zu verantworten, wenn Überkapazitäten existieren. Und wie will die IGM argumentieren, wenn der Mutterkonzern Carrier die Linde Kältetechnik ausblutet und den Betrieb kaputt rechnet? Die Gewerkschaften müssen für den Erhalt aller Arbeitsplätze kämpfen, nicht weil dieser oder jener Standort gut positioniert ist, sondern weil wir Arbeitnehmer keine andere Chance haben, unser Geld zu verdienen! Andere Jobs gibt es kaum, wenn dann nur zu schlechteren Bedingungen, also müssen die jetzigen Arbeitsplätze verteidigt werden. Neben dem IGM-Bevollmächtigen sprachen ein Betriebsrat von Linde und der DGB-Vorsitzende Uellenberg von Dawen sowie mehrere SPD-Politiker. Die SPD-Abgeordnete Lale Akgün hielt eine reine Wahlkampfrede. Angetan mit einer IG-Metall-Mütze gab sie sich kämpferisch, sprach einige Wahrheiten aus und vertrat damit Positionen, die das genaue Gegenteil der Beschlüsse und der Praxis der SPD - und der von Frau Akgün - sind. Sie sagte: „Auf der Suche nach Extra-Profiten geht das internationale Finanzkapital über Leichen. Das heißt sie machen Gewinne, aber sie wollen noch mehr. Auf Kosten der Beschäftigten.“ Durchaus richtig, aber aus dem Mund einer SPD-Politikerin reiner Budenzauber. Sie forderte: „Erstens brauchen wir eine Angleichung der Löhne und Gehälter in Europa auf hohem Niveau. Damit dem 'Gegeneinander Ausspielen' der Kollegen in Frankreich, Deutschland, Polen und Tschechien endlich ein Riegel vorgeschoben wird. Dazu brauchen wir starke Gewerkschaften in Europa. Und wir brauchen staatliche Mindestlöhne. Sonst ist Arbeit bald billig wie Dreck.“ Hartz IV und die Hilfestellung der Schröder-Regierung für Senkung von Löhnen lassen grüßen! Wenn Frau Akgün diese Positionen auch nur zur Hälfte ernst meint, sollte sie schnellstens ihre Partei verlassen. Wenn nicht sollte sie aufhören, zu versuchen mit solch durchsichtigen Schmierentheater Wählerstimmen für die SPD zu ergaunern. Neben Linde sind viele andere Betriebe in Köln von Schließungen und massivem Arbeitsplatzabbau bedroht. Bei Viva fallen über 200 Jobs weg, bei Bauer-Druck sollen 470 von 950 Arbeitsplätzen vernichtet werden. In den Belegschaften rumort es, bei Bauer-Druck diskutieren Kollegen, wie sie sich zur Wehr setzen können. Es wäre die Aufgabe des DGB und der Einzelgewerkschaften, gemeinsame Aktionen zur Verteidigung der Betriebe und Arbeitsplätze zu organisieren. GGS lädt für Mittwoch, den 23. März, zu einer Veranstaltung ins Bürgerzentrum Ehrenfeld ein (Beginn 19.30 Uhr). Dort wollen wir über die Möglichkeiten von Widerstand gegen Arbeitsplatzvernichtung diskutieren. Als Gäste sind Kollegen von Opel Bochum und von Cinram, DVD-Hersteller aus Alsdorf bei Aachen eingeladen. Quelle: www.gemeinsam-gegen-sozialraub.de |